Klima und Umwelt

Ähnlich wie beim Thema Migration bei welchem wir von einem Migrationsproblem anstatt von einem Integrationsprobrem sprechen, so wird auch beim Klima ein falscher Zungenschlag gesetzt. Es gibt nämlich kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Alle Fakten sind bekannt, dass die klimatischen Veränderungen nicht Auswüchse schlechter Horrorfilme und Gedankengespinste sind, sondern schlichtweg Physik ist bei vielen Menschen angekommen. Bei sehr vielen Menschen und trotzdem passiert zu wenig, um das Steuer herumzureißen, was noch möglich wäre. Woran liegt das? Der Gegener ist der Normalcy Bias. Das Problem als solches ist bekannt, in Print, TV oder Radio wird es nahezu täglich angesprochen. Eine große Anzahl von Experten und Sachverständigen berichtet darüber und die Warnungen vor den negativen Folgen sind unüberhörbar. Dies zusammen, sozusagen der Dauerbeschuss mit dem Thema Klimawandel führt dazu, dass sich
a) bei vielen Menschen das Gefühl einstellt: „Die kümmern sich schon!“ und
b) so schlimm kann es nicht sein, sonst würde von denen, die sich ja damit auskennen oder verantwortlich sind, viel mehr dagegen unternommen.
Diese Haltung führt dann dazu sich einzureden, dass man selbst eigentlich gar nichts ausrichten kann und es einen daher auch nicht betrifft.

An dieser Stelle ist eine Selbsterkenntnis und eine Selbstkritik absolut angebracht. Ich selbst bin ein Umweltsünder nicht unerheblicher Art. Seit 50 Jahren fahre ich Motorrad, was im Alltag verzeihbar wäre, da ich bei Bedarf nur ein Verkehrsmittel gegen ein anderes tausche. Aber ich fahre auch nur zum Spaß, fahre durch Europa, fahre in Asien und dem Nahen Osten und kann’s einfach nicht lassen. Hier zuhause, nutze ich wann immer es geht das Rad und versuche mein schlechtes Gewissen damit etwas zu beruhigen, aber die Sünde bleibt.

Zurück zu denen, von welchen wir meinen „Die kümmern sich schon!“ Der oben aufgeführte Naormalcy Bias tritt so bei uns, dem Normalvolk auf. Diejenigen, welche wir gewählt und dazu bestimmt haben, unsere Geschicke so gut wie möglich zu leiten gehöen zu den Erkenntnisträgern und Entscheidern. Wenn sie also nichts oder nichts ausreichendes unternehmen, mag es an der Prioritätenfestlegung liegen, welche sie für ihr Handeln anlegen. Da brauchen wir bei uns in Deutschland (aber eigentlich auch anderswo) nicht lange zu suchen. Eindeutige Priorität liegt auf dem Bereich „Wirtschaft-Wachstum-Geld“ (siehe auch Kapitel Wirtschaft und Wachstum).

An anderer Stelle habe ich mir gewünscht „Ganzheitliches zu Ende denken von Entscheidungen“ und dies würde ich mir auch bei der Prioritätensetzung der Politik wünschen. Nachstehend eine wirklich holzschnittartige Grafik, die verdeutlicht was ich meine, wenn ich frage „Was nützt es uns, Exportweltmeister zu sein, was nützt es uns wenn das BIP weiter und weiter steigt, Umwelt und Klima, also unsere Lebensgrundlage langfristig daran kaputt gehen?“

Als stark verbesserungswürdig scheint mir aber nicht nur die einseitige Prioritätensetzung der (zumindest derzeitigen) Regierung, sondern auch die völlige Ungleichgewichtung, wie mit Menschen umgegangen wird, die sich gegen die Regierungspolitik wenden. Junge Menschen, die sich für die Ziele der Letzten Generation eingesetzt haben und sich an Straßen, Plätzen oder anderen Gegenständen festgeklebt haben, um Blockaden hervorzurufen und so auf die Folgen nichts unternehmender Klimapolitik hinzuweisen, wurden als „Mitglieder in einer kriminellen Vereinigung“ angeklagt. Wohingegen gegen Bauern, die stundelang mit ihren Traktoren Autobahnkreuzungen und Städte blockiert haben bislang nicht ein einziges Verfahren eingeleitet worden ist. DAs geht gar nicht, liebe Justiz, denn vor unseren Gesetzen sind alle gleich, wird behauptet und doch erleben wir mmer wieder, dass einige eben doch ein bisschen gleicher sind. Die Blockaden der Letzten Generation waren rechtswidrig, keine Frage, nur die der Bauern eben auch. Die einen werden von der Strafjustiz verfolgt, für die anderen wird die Streichung der KfZ Steuer für Landmaschinen zurückgezogen und seit Januar 2026 wird wieder die volle Agrardiesel Subvention über die Rückerstattung der Energiesteuer bezahlt.

Also nochmal, ich wünsche mir ein zu Ende denken aller Maßnahmen in Bezug auf Klima und Umwelt (Die Pflicht der Ampel-Regierung, alle Maßnahmen auf Klimaschutz- und Umweltauswirkungen zu prüfen, gilt unter der neuen schwarz-roten Koalition seit 2025 nicht mehr), damit einhergehend, einen Stopp der Abkehr von einer aktiven Klimapolitik und eine Gleichbehandlung aller Menschen, die sich gegen Regierungsmaßnahmen wenden.

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