Einen Wunsch möchte ich vorab stellen:
Ich wünsche mir integre Persönlichkeiten, deren Handlungen einen charismatischen Vorbildcharakter haben, die sich Achtung anstatt Verachtung erworben haben und deren Handlungen, wissenschaftlich bzw. expertenkundig begleitet, sachorientiert sind. Dann bräuchte es auch keine „Alternative“, sondern die Menschen hätten wieder Vertrauen in ihre Regierung.
Dazu vorab noch ein Zitat des Bundespräsidenten a.D. Christian Wulff: „In einer Krise ist man der Handelnde, nicht das Opfer. Es nutzt also nichts, immer zu klagen, man sei von den Umständen geschlagen, vom Ukraine-Krieg, von der Zollpolitik der Amerikaner oder sonst irgendwelchen widrigen Umständen. Die entscheidende Frage ist: Wie reagieren wir darauf? Ich kann nicht immer nur die Probleme beschreiben, wenn ich im Driver Seat sitze.Wenn ich im Driver Seat sitze, muss ich fahren.“ Und mit Fahren meint er nicht durchlavieren!
Dass bei meinen Wunschvorstellungen und dem sachorientierten „Handeln und Machen“ noch viel Luft nach oben ist, zeige ich für Interessierte anhand einiger Beispiele nachstehend. Und ganz am Ende gibt es dann auch noch eine Lese- und Handlungsempfehlung.
Beginnen wir mit dem Ergebnis der Bundestagswahl 2025 (Quelle: tagesschau)

Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch wie sich bei einer Wahlbeteiligung von 82,5% die Zweitstimmen zusammensetzt (Quelle: Bundeswahlleiterin)

und wie die Veränderungen grafisch aussehen (Quelle: tagesschau)

Die Patei, die in der Vorgängerregierung den Kanzler stellte verlor 9,3%. Das hat sicher viele Gründe, aber einen Grund kann man nicht außer acht lassen: Scholz‘ Kanzlerbewertung fiel auf 30 Prozent Eignung (von 66 Prozent 2021). Und dies war bekannt. Aber die Parteivorsitzende Saskia Esken und Lars Klingbeil traten offen für Scholz ein, obwohl aus Umfragen von forsa, Deutschlandtrend und dem Politbarometer im November 2024 klar wurde, dass sowohl in der Wählerschaft, als auch innerhalb der SPD Herr Pistorius als der bessere Kandidat angesehen wurde.
Stern-Umfrage
ZEIT
WELT
TRT
„Boris Pistorius ist führungsstärker, vertrauenswürdiger und sympathischer als Olaf Scholz“, sagt eine Mehrheit der Bundesbürger und der SPD Anhänger.
Rund zwei Drittel der Bundesbürger (67 Prozent) sind einer Umfrage zufolge dafür, dass Kanzler Olaf Scholz bei der nächsten Bundestagswahl zugunsten von Verteidigungsminister Boris Pistorius auf eine erneute Kanzlerkandidatur verzichtet.
Bezieht sich auf eine FORSA Umfrage und schreibt: Mit Boris Pistorius als Kanzlerkandidat önnte die SPD kräftig zulegen und mit 21% die AfD überholen.
Bezieht sich auf eine INSA Umfrage und schreibt: „Unter allen Befragten ist eine Mehrheit (45 Prozent) dafür, dass Pistorius statt Scholz als SPD-Kanzlerkandidat in den Wahlkampf zieht.
Die Prognosen für die Zweitstimmen der SPD lagen mit einem Kanzlerkandidat Boris Pistorius zwischen 20% und 21% (Quelle: perplexity.de basierend auf der Auswertung von 20 Quellen).

Erinnern wir uns, dass es vor allem Herr Klingbeil war, der als SPD Generalsekretär und damit zentraler Wahlkampfleiter an einem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (wider besserem Wissen aus sämtlichen Umfragewerten) festgehalten hat, so ist es von hohem Interesse zu beachten, wie er sich nach dem Eintritt des Desasters (schlechtestes Wahlergebnis seit 1887) verhalten hat.
Lars Klingbeil übernahm Verantwortung, die sich darin manifestierte, dass er nicht zurücktrat sondern einen Neustart (mit ihm) forderte und dabei auch noch betonte, das Signal der Wähler nicht ignorieren zu wollen. Also: Lars Klingbeil saß im Driver Seat, fuhr die Karre gegen die Wand, erklärte zu wissen, dass die Wähler ohnehin eine andere Straße bevorzugt hätten und fordert einen Neuwagen, damit er sich wieder hinters Steuer setzen kann.
Lars Klingbeil wollte an die Macht und hat dafür seine Partei über die Klinge springen lassen und er will an der Macht bleiben und schmiegt sich an CDU Positionen an. Weder in Fragen der generellen Migration noch bei dem Wortbruch der Regierung bezüglich der Aufnahmezusagen von in Pakistan wartenden Afghanen, noch bei dem Thema der Strompreissenkung für alle, noch beim Umbau des Bürgergelds kamen SPD-seitig Widerstand. Alles durchgewunken. Ein Tiefpunkt angwandter SPD Moral war die Verhinderung eines Untersuchungsauschusses betreffend Herrn Spahn und die Maskenaffäre.
Bei der Sonntagsfrage (Stand 25.12.25) liegt die SPD bei 13% im Bund, in Sachsen-Anhalt bei 6%, in Sachsen bei 5%, in Thüringen bei 6%.
Gott sei Dank besteht die Koalition ja aus zwei Parteien und da wird die andere bestimmt in bester demokratischer Transparenz handeln und kann daher nur gelobt werden – oder etwa nicht?
Checken wir einfach mal kurz die Ankündigungen des „Chefs“ und was davon übriggeblieben ist und verbinden wir das mit den Fragen, ob dies
a) Vorbildcharakter hat und
b) das ein Zeichen von „Fahren“ ist, obwohl er doch im Driver Seat sitzt.
Vor der Wahl sehr vollmundige Zusage, dass er Taurus Raketen an die Ukraine liefern würde, wenn er denn Kanzler wäre, davon hört man nichts mehr und die Russen schicken jede Nacht ihre todbringende Bombenbotschaft von den Flughäfen, welche mit Taurus hätten zerstört werden können.
Keine neue Schulden (das war kein Versprecher sondern ein Versprechen!). Muss man nicht näher ausführen. Er griff auf den von Herrn Habeck geforderten (und damals von Herrn Merz scharf kritisierten) Investitionsbooster zurück und versprach zusammen mit dem 500 Milliarden € starken Investitionssondervermögen eine blühende Wirtschaft. So weit so gut, nur, dass eben die Hälfte des Sondervemögens nicht für Investitionen eingesetzt wird, sondern, um Konsumausgaben des Staates zu finanzieren.
Bei der Besetzung wichtiger Posten und Personalentscheidungen hat unser Kanzler ein bemerkenswertes Geschick, das ihn aber wirklich nicht anficht.
Julia Klöckner – Bundestagspräsidentin
Jens Spahn –
Fraktionsvorsitzender
Kaatharina Reiche
Die wichtigsten Vorwürfe betreffen Falschbehauptungen, Nähe zu Konzernen und fragwürdige Amtsführung als Bundestagspräsidentin, z.B.
Funktion in einem Netzwerkverein, der Konzernen und Lobbyverbänden einen „privilegierten Zugang“ zur Politik verspricht (allein, dass ein solcher Verein existiert ist ein Skandal und untergräbt den Glauben an Transparenz auf Äußerste).
Pubertätsblocker: Kritisierte Ampel-Publikation, die aus ihrer eigenen Merkel-Regierungszeit stammte.
Zahnarztkosten von Asylbewerbern: Klöckner teilte eine falsche Spiegel-Meldung über 690 Mio. Euro Kosten (basierend auf Fehlkalkulation); sie korrigierte ihren Tweet nicht, obwohl der Spiegel es tat.
Vorwurf der Schleichwerbung und Nähe zur Lebensmittelindustrie wegen eines vom Ministerium veröffentlichten PR-artigen Videos mit dem Deutschlandchef von Nestlé, in dem sie den Konzern für freiwillige Zuckerreduktion lobte.
Was soll man dazu noch sagen? Ihm wird vorgeworfen, Milliarden Steuergelder durch überteuerte und ungenutzte Maskenkäufe verschwendet zu haben. Weitere Vorwürfe betreffen Interessenkonflikte und mangelnde Transparenz, so z.B.:
Villa-Kauf: die Sparkasse Westmünsterland, wo Spahn im Aufsichtsrat saß, finanzierte eine 4-Millionen-Euro-Villa – Vorwurf des Interessenkonflikts.
1,5 Millarden € AUftrag an Hugo Fiege, der im Wirtschaftsrat der CDU aktiv war, Ohne Wettbewerb: Der Sudhof-Bericht rügt die direkte Vergabe und Spahns persönliche Einflussnahme. Andere Ministerien und der Krisenstab warnten vor Fiege, doch Spahn handelte eigenmächtig.
Spendendinner: Ein CDU-Event mit 9.999-Euro-Tickets umging Transparenzpflichten; Spender und Gäste blieben anonym.
Verbindungen: Nähe zu Unternehmer Frank Gotthardt und fragwürdigen Deals, Jens Spahn und Frank Gotthardt, Gründer der CompuGroup Medical (CGM), pflegen eine enge berufliche Verbindung über Politik, Wirtschaftsrat der CDU und Gesundheitslobbying. Gotthardts Firmen profitierten stark von Spahns Politik als Gesundheitsminister (2018–2021), etwa durch Digitalisierungsförderung, welche die Umsätze Gotthardts verdoppelte. Gotthardt finanziert zudem das rechtsnahe Medium Nius von Julian Reichelt und spendete 2025 180.020 Euro an die CDU.
Haben wir wirklich keine integereren Menschen in der Politik? Schaffen die Handlungen von Jens Spahn eher Verdruß oder Vertrauen?
Mutmaßliche Interessenkonflikte und Lobbyeinflüssen aus ihrer Zeit bei RWE und Eon. Als Ex-RWE-Managerin (bis 2025) übernahm Reiche Positionen aus RWE/Eon-Papieren fast wörtlich in ihren Zehn-Punkte-Plan zur Energiewende. Sie plant den massiven Ausbau neuer Gaskraftwerke mit bis zu 20 Gigawatt (nicht genehmeigungsfähig laut EU) Kapazität als Backup für Erneuerbare Energien. Sie streicht Förderungen für Solaranlagen und priorisiert Gasinfrastruktur. ABer für die Verbraucher wird Gas immer teurer, da die CO2 Preise steigen. Der Anstig pro kWh liegt in 2026 bei bis zu 2,1 €C und bis 2023 bei bis zu 3,9 €C pro kWh. Eine total unnötige Verunsicherung, welche den Einsatz von Wärmepumpen hemmt, d.h. die kostengünstigere und umweltfreundlichere Alternative wird zum Nachteil der Verbraucher und zum Vorteil der Lobby ausgebremst. Das ist keine Sach- sondern Klientelpolitik.
Reiche wird vorgeworfen, Fördermittel ihres Ministeriums zugunsten einer Firma zu verteilen, an der ihr Partner Karl-Theodor zu Guttenberg beteiligt ist. Beamte trafen sich 2025 mit Firmenvertretern.
Ich höre jetzt einfach mal auf, denn das Aufzeigen, was alles meines persönlichen Erachtens völlig aus dem Ruder läuft, hilft nur bedingt weiter. Aber mir geht ein Buch nicht aus dem Kopf, nämlich „Gegen Wahlen“ in welchem David Van Reybrouck aufzeigt, wie es möglich wäre, die unsäglichen Wahlversprechen und Verquickungen von Politikern und Macht zu verhindern.
Wer meine Ansicht teilt, teilt diesen Beitrag und durch dauerndes Teilen mag es ja gelingen, damit den einen oder anderen Entscheider/innen zu erreichen.