Maja Göpel, Unsere Welt neu denken (eine Einladung), Ullstein Verlag.
ISBN 978-3-550-20079-3
Schon auf Seite 15 hat Maja Göpel mich zum ersten Mal in ihren Bann gezogen. Sie schreibt. “ Wir haben vergessen, unsere Denkmuster auf ihr Tauglichkeit für die Gegenwart zu prüfen.“ Ja, lange haben wir in Unternehmen und Produktionen versucht ein Total Quality Managemnt zu erreichen. Immer und immer wieder wurden die Prozesse darauf überprüft, ob sie noch besser, noch effizienter gestaltet werden können.
Im Zweifel wurde kein Stein auf dem anderen gelassen. Ein großer Teil unserer Ökonomen, zumindest jedoch die Wirtschaftsexperten aus der Politik, die Wachstumsfanatiker steuern heute noch nach Theorien, die vor 200 Jahren gefunden und auch erfolgreich waren. Die Welt hat sich seit 200 Jahren verändert, die Theorien nicht. Wäre dies in der Medizin auch so, müssten unsere Friedhöfe viel größer sein.
Dieses Buch hinterfragt viele unserer Denkmuster, welche uns zwingen unser Glück in immer weiter wachsenden Ökonomien zu suchen. Es geht anders und es muss anders gehen. Das Easterlin Paradox (Richard Easterlin wies nach, dass die Erhöhung des Bruttoinlandsprodukts zwar positiv mit einem subjektiven Glücksgefühl korreliert, aber ab einer bestimmten Schwelle nicht mehr zwangsläufig mit einer Verbesserung des subjektiven Glücksgefühls einhergeht) zeigt natürliche Grenzen ebenso auf wie das zeitlose Bild des Astronauten William Anders, das die Erde als eine blaue Kugel inmitten des dunklen Weltalls zeigt. Wir haben nur diese eine wunderbare Welt. Nur, die wird durch dauerwährendes Wachstum nicht gerettet, sondern zerstört.
Das gesamte Buch ist nicht in wisenschaftlicher, hermetischer Sprache verfasst, sondern leicht zu lesen wobei es mir persönlich schwer fiel, es aus der Hand zu legen. Man kann die Gedanken nachvollziehen und es fällt schwer zu glauben, dass diese Denkanstöße nicht längst Eingang in die stratgeischen Ansätze derjenigen gefunden haben, die eigentlich für das Wohlergehen unseres Volkes zuständig sind.