Au Backe – die FIAT Garantie Teil III

Wie bereits geschildert erhielt das Wohnmobil im September 2016 bei einem Kilometerstand von ca. 55.000 innerhalb der Garantiezeit (es war da 1 Jahr alt) ein neues Getriebe. Kein Austauschgetriebe, sondern de facto ein neues Getriebe. Das erste Getriebe hielt 55.000 km, so weit kam das zweite erst gar nicht. Im Sommer 2017, noch während der Garantiezeit stand ich wieder in meiner Stammwerkstatt Schröder in Bad Oldesloe und zeigte dem dortigen Meister, wie der Schaltknüppel im 6. Gang bei einem Lastwechsel sich hin und her bewegte wie ein Lämmerschwanz. Genau mit diesen Symptomen hat es beim ersten Getriebe auch begonnen. Dem Meister hatte ich damals aufgegeben, den Besuch und den Befund in meine Kundenakte einzutragen, da ich spätere Diskussionen bezüglich der Garantiezeit vermeiden wollte. Der Meister meinte allerdings wir sollten das erst mal beobachten. Zwei Monate später und nach insgesamt 35.000 km mit dem neuen Getriebe war es dann wieder soweit. Der Befund wurde gefilmt und an den Distriktleiter von FIAT gesandt und dieser, offensichtlich mit der Materie vertraut, riet sofort zu einem neuen Getriebe.

Das machte mich dann doch stutzig, denn so viele Produktionsfehler sind dann doch nicht üblich. Also mal die Lauscher aufgestellt und siehe da, diese Schwachstelle in den Getrieben ist dem Hause FIAT nicht unverborgen geblieben, denn es gibt für diesen Schaden eine Handlungsempfehlung, nämlich bei dem Getriebe die XY-Welle auszuwechseln. Es handelt sich offensichtlich um einen systemimmanten Fehler, der bereits meinen zwei neuen Getrieben innewohnte und der bekannt war, zumindest beim Einbau des neuen Getriebes vor einem Jahr.

Die Werkstatt meines Vertrauens hatte jedoch unabhängig hiervon, auf der Grundlage der Empfehlung des Distriktleiters bereits einen Kulanzantrag gestellt. Da glaubte ich noch, dass dies reine Formsache sei, denn meine Reklamation erfolgte noch während der Garantiezeit und da es offensichtlich ein Produktionsproblem des Herstellers ist, dachte ich, dass FIAT seinen vollmundigen Garantieversprechen auch Taten folgen ließ. Das taten sie, aber anders als erwartet. Sie boten 60% der Kosten an, da das Fahrzeug zwei Monate aus der Garantie raus ist. Die Meldung des beginnenden Schadens während der Garantiezeit interessiert nicht. Dies bedeutet, ich hätte über 2.000.- € dafür bezahlen müssen, dass mir FIAT ein Getriebe samt systemimmanenten Fehler geliefert hat. Super.

Vielleicht wäre es fair, Ducato Fahrer gleich beim Kauf darauf hinzuweisen, dass die Getriebe eigentlich nicht dafür gedacht sind, mehr als 35.000 km zu halten.

Bei dem 60% Angebot wurde ich richtig emotional und ich schrieb eine mail und mit höflichen Worten schilderte ich meine „Getriebe-Leiden“ in den letzen beiden Jahren. Und siehe da, die Kulanz wurde auf 80% erhöht. Ich finde das immer noch nicht „kulant“, denn ein Getriebe ist kein Verschleißteil im engeren Sinn, es wurde während der Garantiezeit gemeldet und 35.000 km dürften für ein Getriebe eines Ducatos ein Klacks sein. Ich streite mich nur ungern und machte den Vorschlag, diese 80% Kulanz anzunehmen und FIAT übernimmt nochmals eine Wartung. Nein, soweit können sie sich nicht bewegen.

Was bleibt: Erstmal kein gutes FIAT Gefühl, zweitens der Gang zum ADAC, um eine Meinung einzuholen, drittens gegebenenfalls die Rechtsschutzversicherung und damit die Juristerei einzuschalten und viertens und dies ist sehr wichtig, die Wohnmobilisten davon zu unterrichten.

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